Wie Deutschland von Europas Corona-Aufbauhilfen profitiert – und warum NRW dabei eine Schlüsselrolle spielt

Euro banknotes with face masks on a wooden table

Deutschland profitiert massiv von den europäischen Krisengeldern aus der Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF). Das zeigt eine neue Studie der EU-Kommission – ein wirtschaftlicher Erfolg, der sich schwarz auf weiß nachlesen lässt.

Die ARF wurde eingeführt, um den wirtschaftlichen Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie zu fördern. Bis 2026 stehen europaweit insgesamt 650 Milliarden Euro zur Verfügung, mit denen insbesondere die digitale und grüne Transformation der europäischen Wirtschaft unterstützt werden soll. Die EU-Kommission nimmt dafür im Namen der Mitgliedstaaten Anleihen auf den Kapitalmärkten auf.

Was die aktuelle Studie belegt: Deutschlands Wirtschaft ist einer der Hauptprofiteure dieser Aufbauhilfen. Insgesamt wird Deutschland voraussichtlich bis zu 66 Milliarden Euro aus der ARF erhalten. Davon stammen 23,5 Milliarden Euro direkt aus dem deutschen ARF-Programm. Nur Italien und Spanien erhalten noch mehr Direkthilfen. Doch der eigentliche Clou liegt im europäischen Binnenmarkt-Effekt: Deutsche Unternehmen profitieren zusätzlich mit 42,6 Milliarden Euro aus Aufträgen anderer EU-Länder – damit liegt Deutschland bei diesen Aufträgen europaweit an der Spitze.

„Diese Studie zeigt klar: Deutschland profitiert nicht trotz Europa – sondern gerade wegen Europa. Unser wirtschaftlicher Erfolg hängt direkt am europäischen Zusammenhalt“, sagt Jens Geier. Besonders intensiv ist die wirtschaftliche Verflechtung mit Spanien, Italien, Polen und Frankreich. Diese Länder gehören zu den größten Abnehmern deutscher Produkte und Dienstleistungen im Rahmen der ARF.

Branchen wie Energieeffizienz, erneuerbare Energien, nachhaltiger Verkehr und Digitalisierung stehen dabei europaweit ganz oben. Auch in Deutschland profitieren vor allem Unternehmen, die in diesen Sektoren aktiv sind. Unter den größten Empfängern finden sich unter anderem die Deutsche Bahn, die Deutsche Post DHL Group, Siemens, Volkswagen und BASF. Auch NRW als Industriestandort ist ein zentraler Nutznießer der ARF-Mittel. Green-Tech-Projekte, nachhaltige Industrie und digitale Innovationen sind hier besonders stark vertreten. NRW bringt sich damit als starke Industrieregion aktiv in die europäische Transformation ein.

„Die Aufbauhilfen belegen, was kluge Investitionen bewirken können. NRW steht dabei als starker Industriestandort exemplarisch für das, was möglich ist, wenn wir europäisch denken und gemeinsam handeln“, betont Jens. Die politische Lehre der Studie ist eindeutig: Europa funktioniert – und Deutschland ist einer der größten Gewinner. Nicht durch Abschottung, sondern durch wirtschaftliche Verflechtung, Partnerschaft und kluge Investitionen. Wer möchte, kann die Studie hier (Verlinkung auf: https://economy-finance.ec.europa.eu/publications/economic-impacts-recovery-and-resilience-facility-new-insights-sectoral-level-and-case-germany_en) noch einmal genau nachlesen.

 

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