Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat 2025 Projekte in ganz Europa mit der Rekordsumme von 100 Milliarden Euro unterstützt. Fast 60 Prozent davon entfielen auf grüne Investitionen. Deutschland erhielt aus diesem Paket 10,4 Milliarden Euro – so viele Mittel wie nie zuvor seit Beginn der EIB-Investitionen.
Die EIB ist die Förderbank der Europäischen Union. Sie wurde 1958 mit den Römischen Verträgen gegründet und finanziert große Vorhaben, die für die wirtschaftliche Entwicklung und die Versorgungssicherheit Europas wichtig sind und oft lange Laufzeiten und hohe Summen brauchen. Anders als die EZB steuert sie nicht die Geldpolitik, sondern vergibt Darlehen, Garantien und andere Finanzierungen für Investitionen in Infrastruktur, Innovation, Industrie, Wohnungsbau oder Verkehr.
Deutschland im Zentrum der Investitionen
Die Europäische Investitionsbank hat ihr Engagement in Deutschland 2025 deutlich ausgeweitet: Mit 10,4 Milliarden Euro fließen so viele Mittel wie nie zuvor in deutsche Projekte – ein Plus von rund 800 Millionen Euro gegenüber demVorjahr. Jens Geier freut sich über die strategische Dimension: „Deutschland ist Industriekern, Energieknotenpunkt und Transitland zugleich. Die Rekordfinanzierungen der EIB in unsere Infrastruktur und Innovationen sind weit mehr als nationale Wirtschaftsförderung: Sie stärken die industrielle Substanz des gesamten europäischen Binnenmarkts. Wer hier modernisiert, sichert Wertschöpfung und Versorgung für die gesamte Europäische Union.“
Rekordmittel für deutsche Stromnetze
Mit 4,7 Milliarden Euro ging der Löwenanteil 2025 in Deutschland in den Energiesektor. Rund 70 Prozent gehen in den Ausbau und die Modernisierung von Stromnetzen, 30 Prozent in neue Speichertechnologien. „Stromnetze und Speicher entscheiden heute nicht nur über Versorgungssicherheit. Sie bestimmen auch, ob Unternehmen verlässlich planen und ob neue industrielle Wertschöpfung überhaupt entstehen kann“, stellt Jens klar. Dahinter steht der Umbau eines Energiesystems, das sich grundlegend verändert: Die bestehenden Netze wurden für eine Stromversorgung gebaut, die von wenigen großen Kraftwerken ausging. Heute ist die Energieversorgung deutlich dezentraler, Strom muss über größere Entfernungen weitergeleitet werden und Netze müssen stärkere Schwankungen im System ausgleichen. Dafür reicht die vorhandene Infrastruktur vielerorts nicht mehr aus. Sie muss erweitert, modernisiert und technisch neu ausgerichtet werden.


