Ausbau Erneuerbarer priorisieren – EU-Kommission legt Kohlenstoff-Strategie vor 

Die EU-Kommission legt am Dienstag in Straßburg, neben dem Vorschlag für das Klimaziel 2040, eine Mitteilung zum industriellen Kohlenstoff-Management vor.

Jens Geier, Vorsitzender der SPD-Europaabgeordneten:

„Wir halten den Einsatz von CO2-Speichern im Stromsektor für den falschen Weg. Die EU muss auf das Prinzip ‚Dekarbonisierung zuerst‘ setzen und den Ausbau von erneuerbaren Energien priorisieren. Die Speicherung und Nutzung von CO2 muss sich auf unvermeidbare Rest-Emissionen in der Industrie fokussieren.

Sehr fragwürdig ist, dass die EU-Kommission erneuerbare Energien, Atomkraft und CO2-Speicher zu Erreichung der 2040-Klimaziele im Stromsektor in einem Atemzug nennt. Wir als Europa-SPD lehnen eine Renaissance der Nukleartechnologie in Europa durch so genannte kleine modulare Reaktoren, wie sie die Kommission nun vorsieht, klar ab. Die Probleme mit Mini-Reaktoren sind ähnlich gelagert wie jene klassischer AKW: Sie benötigen Uran, produzieren Atommüll und müssen massiv mit Steuergeldern subventioniert werden, um wirtschaftlich zu sein.“

Tiemo Wölken, umweltpolitischer Sprecher der S&D-Fraktion:
„Es ist gut, dass die EU-Kommission in ihrer Strategie, neben der Abscheidung aus Industriebetrieben, auch die direkte Entnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre in beträchtlichem Umfang vorsieht. Insbesondere gilt das für die Zeit nach 2050. Jetzt ist elementar wichtig, dass diese Entnahmen einen wasserdichten Rechtsrahmen zur Zertifizierung bekommen, damit die Entnahmen tatsächlich dauerhaft sind und nicht zulasten anderer Umweltgüter gehen.“

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