„Netz aufbauen, Verbraucher*innen schützen“ – EU-Parlament legt Grundstein für europäischen Wasserstoffmarkt

 

Das Europäische Parlament will die Einführung von erneuerbaren und kohlenstoffarmen Gasen in den EU-Gasmarkt erleichtern, einschließlich der Etablierung von Wasserstoff.
Heute gilt die Zustimmung der Parlamentarier*innen zum Verhandlungsmandat für die Gas- und Wasserstoffmarkt-Richtlinie, nachdem es bis Mitternacht keinen Einspruch gab. Der Industrieausschuss hatte das Mandat im Februar mit großer Mehrheit beschlossen.

Jens Geier, Vorsitzender der SPD-Europaabgeordneten und Berichterstatter des EU-Parlaments für die Gasmarkt-Verordnung:
„Das Europäische Parlament geht weiter auf dem Weg zur Klimaneutralität, indem es die Grundlage für einen Markt für erneuerbaren Wasserstoff schafft. Wasserstoff ist zentral, um den nachhaltigen Wandel unserer Industrie zu ermöglichen, europäische Wertschöpfung zu sichern und neue Arbeitsplätze in einer nachhaltigen Wirtschaft zu schaffen.

Das Parlament ermöglicht – im Gegensatz zum Vorschlag der EU-Kommission – mehr Sicherheit für Investitionen in die Infrastruktur für Wasserstoff, anstatt Investitionsblockaden zu errichten. Das bestehende Erdgasnetz bildet die Grundlage. Wir fordern eine gemeinsame Planung der Infrastruktur von Gas, Wasserstoff und Strom in der EU, um die Energiesysteme in Zukunft besser aufeinander abzustimmen und sogenannte Sektorkopplung zu fördern. Dabei geht es darum, Mitnahme-Effekte zwischen den Energieträgern möglichst effizient zu nutzen und gegenseitige Abhängigkeiten zu berücksichtigen.

Für Endverbraucher*innen soll Wasserstoff in schwer zu dekarbonisierenden Sektoren zuerst gefördert werden, um den Wandel der europäischen Industrie zu unterstützen und Treibhausgase einzudämmen. Die Rechte von vulnerablen Verbraucher*innen und Haushalten in Energiearmut werden im Angesicht der Energiekrise gestärkt, zum Beispiel, durch das Verbot von Abschaltungen während des Winters.“

Als nächstes muss die schwedische Ratspräsidentschaft die Position des Rates festzuzurren, damit die Verhandlung zwischen Parlament und Rat starten können.

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