Ethische KI-Start-ups sollen europäische Supercomputer nutzen dürfen“Kontinuität gewährleisten”

Die EU-Kommission stellt heute eine Initiative zur Öffnung der europäischen Supercomputer-Kapazität für verantwortungsbewusste KI-Start-ups vorstellen. Dabei geht es um die Anpassung einer EU-Verordnung.


Jens Geier, Vorsitzender und industriepolitischer Sprecher der Europa-SPD:

„Mit der Initiative wird verantwortungsbewussten KI-Start-ups ermöglicht, ihre Modelle auf europäischen Supercomputern effizient zu trainieren. Das ist ein wichtiger Schritt, um Entwicklung und Innovation zu fördern und die digitale Souveränität Europas zu stärken.

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern sämtliche Bereiche unseres Lebens und Wirtschaftens. Deshalb muss der Gesetzgeber sicherstellen, dass Entwicklung und Einsatz von KI stets den Menschen dient und auf gemeinsamen europäischen Werten fußt, wie der Achtung von Grundrechten und des Datenschutzes. Der KI-Einsatz muss durchweg hohen Anforderungen an die Transparenz und die Cybersicherheit entsprechen.

Die Verbesserung dieser Rahmenbedingungen wird die Anbieterstruktur diversifizieren, neue Arbeitsplätze schaffen und Fachkräfte in Europa halten. Damit wird der Digital-Standort EU langfristig gestärkt.“

René Repasi, binnenmarkt- und verbraucherpolitischer Sprecher der Europa-SPD:
„Die EU hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, weltweit eine Spitzenposition im Hochleistungsrechnen einzunehmen. Es ist wichtig, die Abhängigkeit der Europäer*innen von ausländischer Technologie zu verringern, insbesondere in kritischen Bereichen. Gleichzeitig streben wir danach, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu stärken und die Lieferketten in entscheidenden Sektoren zu schützen.

Dabei dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass die Ziele der Energieeffizienz und Klimaneutralität höchste Priorität haben müssen. Die Gewährleistung der Klimaneutralität bis 2050 ist für die Infrastruktur von Supercomputing- und Quantencomputerdiensten unabdingbar. Auch das Element der Geschlechtergleichstellung muss in den gesamten Gesetzestext integriert werden. Eine inklusive Herangehensweise ist ebenso unabdingbar wie Maßnahmen gegen Diskriminierung.

Zudem soll der Zugang von kleinen und mittleren Unternehmen sowie Start-ups zu Hochleistungsrechnern verbessert werden. Dies will der Gesetzgeber durch gezielte Kampagnen zur Sensibilisierung und spezielle Schulungen ermöglichen. Ich fordere deshalb, eine faire finanzielle Beteiligung der Europäischen Union einzuführen, die bis zur Hälfte der Anschaffungskosten sowie der Betriebskosten für alle gemeinnützigen Euro-Hochleistungsrechnern abdeckt. Dies gewährleistet eine faire und gleichberechtigte Behandlung bei der Anschaffung von nationalen Hochleistungsrechnern, die von europäischen Strukturen unterstützt werden.“

Vertreter*innen von Europäischen Parlament und EU-Staaten analysieren nun die Vorschläge der EU-Kommission und positionieren sich voraussichtlich in den kommenden Wochen dazu.

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